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<title>David von Splitgerber</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">David von Splitgerber</span></h1>
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<p><b>David von Splitgerber</b> (* vor 17. Dezember <a href="1741" title="1741">1741</a> in <a href="Berlin" title="Berlin">Berlin</a>; † <a href="2._M%C3%A4rz" title="2. März">2. März</a> <a href="1823" title="1823">1823</a> in Niewerle) war Jägermeister im Dienste des Prinzen <a href="August_Ferdinand_von_Preu%C3%9Fen" title="August Ferdinand von Preußen">Ferdinand von Preußen</a>, des jüngsten Bruders <a href="Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)" title="Friedrich II. (Preußen)">Friedrichs des Großen</a>, ebenso Ritter des <a href="Johanniterorden" title="Johanniterorden">Johanniterordens</a>, Senior des Kollegiatstiftes Sancti Gangolphi und Domherr und Kanonikus im Domkapitel des Bistums Cammin und Besitzer des Rittergutes <a href="Giesensdorf_(Lichterfelde)" title="Giesensdorf (Lichterfelde)">Lichterfelde</a> im Kreis Ober-Barnim.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1789 wurde er von König <a href="Friedrich_Wilhelm_II._(Preu%C3%9Fen)" title="Friedrich Wilhelm II. (Preußen)">Friedrich Wilhelm II.</a> in den erblichen Adelsstand erhoben.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In der Literatur wird teilweise die Auffassung vertreten, dass es sich bei David von Splitgerber um einen unehelichen Sohn von König Friedrich dem Großen gehandelt hat.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Jugend">Jugend</h2></div>
<p>Als offizieller und einziger Sohn von <a href="David_Splitgerber" title="David Splitgerber">David Splitgerber</a> Senior, dem damals mächtigsten Bankier und Industriellen Preußens, wuchs David junior in höchst behüteten Verhältnissen auf,<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> fiel aber früh schon als Quertreiber und schwer erziehbarer Jüngling auf. Er zeigte weder Neigung noch Begabung, im elterlichen Industriebetrieb und Bankhaus (<a href="Bank-_und_Handelshaus_Splitgerber_%26_Daum" title="Bank- und Handelshaus Splitgerber & Daum">Bank- und Handelshaus Splitgerber & Daum</a>) eine Funktion zu übernehmen, und wurde deshalb bald nach Erreichen seiner Adoleszenz, aber insbesondere auch um dem guten Ruf des Elternhauses als Taugenichts und „Playboy“ nicht beliebig Schaden zufügen zu können, von Berlin weg auf ein elterliches Landgut in der Provinz bei Eberswalde befördert, wo er sich aber wider Erwarten zum tüchtigen Gutsherren entwickelte und wo er in der Folge zu einer geradezu phantastischen Karriere ansetzte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Nobilitierung_und_Karriere">Nobilitierung und Karriere</h2></div>
<p>Im Jahre 1772 wurde er von Prinz Ferdinand von Preußen zum „Maître de la Chasse“, zu Deutsch Jägermeister, befördert, wenige Jahre später erfolgte per Ritterschlag der Einzug in den Johanniterorden. Auch klerikale Ehren wurden ihm zuteil, beispielsweise die Aufnahme ins Kollegiatstift Sancti Gangolphi,<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> ebenso wie ins Domkapitel des Bistums Cammin, bis schließlich seine Karriere am 24. Januar 1789 den Zenit mit der Erhebung in den erblichen preußischen Adelsstand durch den Amtsnachfolger <a href="Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)" title="Friedrich II. (Preußen)">Friedrichs des Großen</a>, König <a href="Friedrich_Wilhelm_II._(Preu%C3%9Fen)" title="Friedrich Wilhelm II. (Preußen)">Friedrich Wilhelm II.</a>, erreichte.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verdacht_der_Abstammung_von_König_Friedrich_dem_Großen"><span id="Verdacht_der_Abstammung_von_K.C3.B6nig_Friedrich_dem_Gro.C3.9Fen"></span>Verdacht der Abstammung von König Friedrich dem Großen</h2></div>
<p>Die Häufung von Ehrungen eines Sprosses aus zwar bestem bürgerlichem Hause, aber ohne einer Adelsfamilie angehörig und auch ohne durch übermäßige Verdienste im Verlaufe seines Lebens aufgefallen zu sein, ließen den Verdacht aufkommen, dass nur ein übergeordnetes Faktum Ursache einer solchen Karriere sein könne. Der Philosoph und Schriftsteller <a href="Johannes_Barnick" title="Johannes Barnick">Johannes Barnick</a> versammelt in seinem 2001 postum erschienenen Buch <i>Ein schweigsamer Ahn</i> minutiös sämtliche Indizien, die den Verdacht aufwerfen, dass David von Splitgerber kein leiblicher Sohn des königlichen Hausbankiers <a href="David_Splitgerber" title="David Splitgerber">David Splitgerber</a> senior sein könne, sondern vielmehr ein uneheliches Kind <a href="Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)" title="Friedrich II. (Preußen)">Friedrichs des Großen</a> sein müsse.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Indizien_der_königlichen_Abstammung"><span id="Indizien_der_k.C3.B6niglichen_Abstammung"></span>Indizien der königlichen Abstammung</h2></div>
<p>Der zu jener Zeit seit acht Jahren kinderlos verheiratete König <a href="Friedrich_II._(Preu%C3%9Fen)" title="Friedrich II. (Preußen)">Friedrich II.</a> zog im Dezember 1740 in seinen ersten <a href="Erster_Schlesischer_Krieg" title="Erster Schlesischer Krieg">Eroberungskrieg gegen Schlesien</a>, an dem er wie in der Folge an allen seinen Kriegen und stets unter Inkaufnahme erheblicher Risiken für Leib und Leben persönlich teilnahm. Zwischen Mitte Januar und Mitte Februar des Jahres 1741 weilte er jedoch auf Urlaub zuhause im Stadtschloss Berlin, veranstaltete mitunter eine glanzvoll pompöse Ballnacht, wo ihm möglicherweise die Hofdame Sophia von Alkun zum ersten Mal näher auffiel und mit der er vor der Rückkehr aufs Schlachtfeld Mitte Februar im Verborgenen wohl intim verkehrte.<sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Anfang November des gleichen Jahres kehrte er nach Ende seines ersten Feldzuges nach Berlin zurück, wo alsbald ihm tragisches Ungemach widerfuhr, als die von ihm geschwängerte heimliche Geliebte Sophia von Alkun bei der Niederkunft ihres Sohnes im Kindbett verstarb und folglich ein halb verwaistes und illegitimes Kind hinterließ, das gleichwohl einigermaßen standesgemäß und in geordneten Verhältnissen und zudem nicht allzu fern vom leiblichen Vater aufwachsen sollte. Da bot sich ein Arrangement mit dem schwerreichen Bankier und Industriellen, zudem Financier und Vertrauten des Königs, <a href="David_Splitgerber" title="David Splitgerber">David Splitgerber</a> senior, an. Sorgfältig vorbereitet und auch die Tatsache mit einrechnend, dass David Splitgerbers Ehefrau Johanna Dorothea im gleichen Jahr schon eine Tochter entband, wurde mit entsprechend auch biologisch gebotenem Abstand das fiktive offizielle Geburtsdatum des 31. Dezember 1741 gewählt,<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> sodass unter dem Namen seines Ziehvaters David Splitgerber das Kind in Anstand und Würde groß werden und sodann seinen erfolgreichen Lebensweg beschreiten konnte.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur_und_Quellen">Literatur und Quellen</h2></div>
<ul><li><a href="Johannes_Barnick" title="Johannes Barnick">Johannes Barnick</a>: <i>Ein schweigsamer Ahn. Leben und Geheimnis des Jägermeisters David von Splitgerber.</i> Koehler und Amelang, München und Berlin 2001, ISBN 3-7338-0303-5</li>
<li><a href="J%C3%BCrgen_Luh" title="Jürgen Luh">Jürgen Luh</a>: <i>Der Große. Friedrich II. von Preußen.</i> Siedler Verlag, München 2011, ISBN 978-3-88680-984-4.</li>
<li>Johannes Kunisch: <i>Friedrich der Große. Der König und seine Zeit.</i> C. H. Beck Verlag, München 2004, ISBN 3-406-52209-2</li>
<li><a href="Otto_Titan_von_Hefner" title="Otto Titan von Hefner">Otto Titan von Hefner</a> (Hrsg.): <i><a href="Stammbuch_des_bl%C3%BChenden_und_abgestorbenen_Adels_in_Deutschland" title="Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland">Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland</a>.</i> Band 4, Verlag Georg Joseph Mauz, Regensburg 1866, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://reader.digitale-sammlungen.de/resolve/display/bsb10362163.html">digitalisiert BSB</a></li>
<li>Franz Engel (Hrsg.): <i>Veröffentlichung der Historischen Kommission für Pommern.</i> Heft 15, Pommersche Lebensbilder, Band 4, Böhlau-Verlag, Köln 1966.</li>
<li><a href="Leopold_von_Ledebur_(Historiker)" title="Leopold von Ledebur (Historiker)">Leopold von Ledebur</a> (Hrsg.): <i><a href="Adelslexikon_der_preu%C3%9Fischen_Monarchie" class="mw-redirect" title="Adelslexikon der preußischen Monarchie">Adelslexikon der preußischen Monarchie</a>.</i> Band 2, Berlin 1856, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://reader.digitale-sammlungen.de//de/fs1/object/display/bsb10428749_00473.html">digitalisiert BSB</a></li>
<li><a href="Ernst_Heinrich_Kneschke" title="Ernst Heinrich Kneschke">Ernst Heinrich Kneschke</a> (Hrsg.): <i><a href="Neues_allgemeines_deutsches_Adels-Lexicon" class="mw-redirect" title="Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon">Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon</a>.</i> Band 8, Leipzig 1868, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=GNkEAAAAIAAJ&printsec=frontcover">Online bei Google Books</a></li>
<li><i>Handbuch über den königlich preussischen Hof und Staat für das Jahr 1800.</i> gedr. bei Georg Decker, Berlin 1800, <a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=qI9KAAAAcAAJ&printsec=frontcover">Online bei Google Books</a></li>
<li>Adelsbrief von König Friedrich Wilhelm II. von Preußen für David von Splitgerber. </li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Ernst_Heinrich_Kneschke" title="Ernst Heinrich Kneschke">Ernst Heinrich Kneschke</a>: <i><a href="Neues_allgemeines_deutsches_Adels-Lexicon" class="mw-redirect" title="Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon">Neues allgemeines deutsches Adels-Lexicon</a>.</i> Band 8, Leipzig 1868, S. 569 f.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl. Adelsbrief von Friedrich Wilhelm von Preußen.</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Franz Engel (Hrsg.): <i>Veröffentlichung der Historischen Kommission für Pommern.</i> Heft 15, Pommersche Lebensbilder, Band IV, S. 83.</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Handbuch über den königlichen Preussischen Hof und Staat für das Jahr 1800.</i> S. 305.</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Stammbuch des blühenden und abgestorbenen Adels in Deutschland.</i> Band 4, S. 6.</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text">Johannes Barnick: <i>Der schweigsame Ahn, Leben und Geheimnis des Jägermeisters David von Splitgerber.</i> S. 41.</span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">In der Genealogie von Familysearch <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.familysearch.org/tree/person/sources/K8N6-F5Q">digital</a> ist der seit September 2024 korrigierte Inhalt der Taufurkunde angegeben. Danach hat David Splitgerber die Kleinkindtaufe am 17. Dezember 1741 in der Nicolaikirche in Berlin erhalten. Als Eltern sind David Splitgerber und Johanna Dorothea Knirps angegeben. Es wird auf das Originaldokument verwiesen, das bei Ancestry unter <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:QPV8-DQWM">digital</a> einzusehen ist.</span>
</li>
</ol>
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Normdaten (Person): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/12298482X">12298482X</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/3368227/">3368227</a></span> | </div>
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Dieser Artikel wurde von <a class="external text" title="Zuletzt bearbeitet am 2025-12-29" href="https://de.wikipedia.org/wiki/?title=David_von_Splitgerber&oldid=262824434">Wikipedia</a> herausgegeben. Der Text ist unter <a class="external text" href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de">Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0</a> verfügbar, sofern nicht anders angegeben. Für die Mediendateien können zusätzliche Bedingungen gelten.
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